SOL CALERO: El barco de barro / The Clay Ship, Copenhagen Contemporary, Photo by David Stjernholm

Melissa Müller | 10. September 2021

Berlin Art Week 2021 – eine Übersicht

Bald ist es wieder so weit. Von Mittwoch 15. bis Sonntag 19. September wird die Berlin Art Week zum zehnten Mal in der Hauptstadt stattfinden. Doch bei über 20 Institutionen, 10 Privatsammlungen, 11 Projekträumen, 2 Messen und mehr als 50 teilnehmenden Galerien verliert man schnell den Durchblick. Daher haben wir eine kleine Übersicht der must-see Ausstellungen, Events und Institutionen zusammengestellt.

Da sich die Berlin Art Week diesjährig mit dem Gallery Weekend zusammengetan hat, wird es von Donnerstag 16. bis Samstag 18. September erstmalig eine Herbstedition, die Gallery Weekend *Discoveries, geben. Der Schwerpunkt der Discoveries Edition liegt auf neuen Künstlerinnen und Künstlern aus über 50 Galerien, welche erstmalig vor einem größeren Publikum ausstellen. Zudem eröffnen viele Galerien extra für das Gallery Weekend neue Ausstellungen, was zu einem reichen Programm an Eröffnungsevents beiträgt. Damit Besucherinnen und Besucher das meiste aus dem Wochenende herausholen können, werden teilnehmende Galerien ausserdem ihre Öffnungszeiten für Freitag und Samstag auf 11 bis 19 Uhr ausweiten.

Doch auch für Messeliebhaber ist dieses Jahr wieder etwas dabei, denn sowohl die Positions Berlin als auch die Misa Discoveries werden zurückkehren. Misa Discoveries wird vom 9. bis 19. September in St.Agnes an der Alexandrinenstraße 118 jeweils dienstags bis sonntags von 11 bis 19 Uhr geöffnet sein. Ähnlich wie beim Gallery Weekend *Discoveries stehen auch bei der Misa Discoveries neue Künstlerinnen und Künstler im Vordergrund, welche bisher kaum in Deutschland zu sehen waren.

Die achte Ausgabe der Positions wird dieses Jahr am Wochenende vor der Berlin Art Week stattfinden und in den großzügigen am Flughafen Tempelhof (Hangars 5 und 6) 110 internationale Galerien präsentieren. Nach einem Eröffnungsevent am Donnerstag 9. September wird sie am Freitag und Samstag 10./11. September jeweils von 14 bis 20 Uhr geöffnet sein, während die Türen am Sonntag 12. September von 13-18 Uhr offenstehen. Außerdem wird es auf der Online-Plattform Live.Positions digitale Angebote für alle geben, die es dieses Jahr nicht physisch nach Berlin schaffen. Im Vordergrund der Positions stehen internationale Künstlerinnen und Künstler wie auch Galerien, welche unterschiedliche Perspektiven zur zeitgenössischen Kunst bieten.

Nun aber zurück zur eigentlichen Art Week. Speziell für die Berlin Art Week öffnen dieses Jahr zwei Privatsammlungen ihre sonst verschlossenen Türen für das breitere Publikum. Ivo Wessels reiche Sammlung an Malerei, Fotografie, Video und Konzeptkunst wird am Samstag 18. und Sonntag 19. September jeweils von 14 bis 21 Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Die Seibert Sammlung hingegen wird Besucherinnen und Besuchern nur am Samstag 18. September von 15 bis 22 Uhr die Chance bieten, diese einzigartige Sammlung surrealer pop-comic Kunst zu erkunden.

Von Freitag 17. bis Sonntag 19. September wird sich das Zeiss-Großplanetarium in eine Galerie der Zukunft verwandeln. The New Infinity, eine Programmreihe der Berliner Festspiele, wird dort nämlich eine Reihe von audiovisuellen Kunstwerken präsentieren, welche durch die 360-Grad Klangtechnologie des Planetariums eine einzigartig immersive Erfahrung bieten. > Informationen zum Zeitplan und den Werken

Des Weiteren eröffnet am Mittwoch, 15. September von 11 bis 24 Uhr in der Akademie der Künste am Hanseatenweg die Ausstellung NOTHINGTOSEENESS. Die Werke von 75 internationalen Künstlerinnen und Künstlern thematisieren vor allem die Farbe Weiss und unsere Wahrnehmung von Leere, Stille und Materialität. > Weitere Infos

Als neues Angebot im Vermittlungsprogramm ist von Mittwoch 15. bis Sonntag 19. September täglich zwischen 9 und 22 Uhr der von der Künstlerin Sol Calero gestaltete BAW Garten vor dem Kindl – Zentrum für Zeitgenössische Kunst geöffnet. Hier wird es Workshops, KünstlerInnen-Gespräche, Performances und Interventionen geben. Somit bietet er einen idealen Ort, um ins Gespräch mit anderen Kunstliebhabern zu kommen, und lädt gleichzeitig zum Relaxen ein. > Weitere Infos zum Programm des BAW Gartens
Im Kindl drinnen wird am Samstag 18. September eine ganztägige (14-22 Uhr) Doppeleröffnung der Ausstellungen von Alexandra Bircken und Tanja Doll veranstaltet. Kunstliebhaber können die Ausstellungen anschließend von Donnerstag bis Sonntag zwischen 12 und 18 Uhr besuchen.

Auch im Neuen Berliner Kunstverein (n.b.k.) ist eine ausgiebige Ausstellungseröffnung zur Retrospektive von Thomas Schmit geplant. Dazu wird am Mittwoch 15. September von 16 bis 20 Uhr ein reiches Performance- und Konzert-Programm stattfinden. > Genauere Infos

Noch einen Ort mit einem umfangreichen Veranstaltungs- und Performanceprogramm bietet dieses Jahr das KW, denn dort wird am Samstag 18. und Sonntag 19. September das 30-jährige Bestehen des Trägervereins Kunst-Werke Berlin e.V. gefeiert. Neben Live-Musik und Führungen werden dort auch Workshops angeboten. > Detailliertere Infos zum Programm

Ein weiteres nennenswertes Event ist die Preisverleihung des Project Space Awards, welche am Freitag 17. September von 17 Uhr bis Mitternacht im Humboldthainclub an der Hochstrasse 46 stattfinden wird. Die Project Space Awards sind vom Netzwerk freier Berliner Projekträume und -initiativen organisiert und werden dieses Jahr zum 10. Mal an 10 verschieden Projekträume innerhalb Berlins vergeben.

Zu guter Letzt haben wir einige Galerien herausgesucht, bei denen sich ein Besuch während der Berlin Art Week allemal lohnen wird. Zum einen läuft in der Salongalerie «Die Möwe» die Ausstellung Klassisch Modern. Gezeigt werden dort Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Druckgrafiken und Plastiken von Künstlerinnen von der Weimarer Republik bis zur Gegenwart.
Gleichzeitig präsentiert die Galerie Christine Knauber Splitter Faser Akt, eine Ausstellung mit Werken von 15 Künstlerinnen und Künstlern, die sich auf verschiedenste Art und Weise mit dem Thema Nacktheit auseinandersetzen und damit von provokativ bis humorvoll eine Reihe von unterschiedlichen Perspektiven bieten.
Zudem wird es in der Galerie aKonzept eine mal ganz andere Ausstellung von Cyril Hatt geben, denn die Ausstellung bleibt bei ihrem Entwurf stehen und erweckt den Eindruck, noch mitten im Aufbau zu sein. Hatts Ziel ist es, die Besucherinnen und Besucher damit zu verwirren und die Realität in Frage zu stellen. Die Ausstellung Mise en Abyme wird am Mittwoch 15. September um 18 Uhr mit einer Eröffnungsfeier eingeleitet.
Gräfe art.concept präsentiert Malerei und Zeichnungen von Max Stock. Thematisch handelt es vor allem um Gesichter, welchen der Künstler mit seinen expressiven, ausdrucksstarken Pinselstrichen einen besonderen Ausdruck verleiht.
Last but not least: Bei Capitain Petzel wird eine Doppelausstellung von Joe Bradley und Tobias Pils gezeigt, welche am Freitag 17. September von 11 bis 19 Uhr zur Eröffnung einlädt. Das Interessante an dieser Ausstellung ist vor allem der Kontrast der scheinbar gegensätzlichen Malstile beider Künstler. Während Bradley bekannt für seine farbkräftigen, abstrakten Werke ist, zeichnet Pils sich durch seine grau-tönigen, figurativen Szenen aus.

Für jene, die bei der riesigen Auswahl von Angeboten immer noch nicht so recht wissen, wo sie anfangen sollen, organisiert die Berlin Art Week dieses Jahr verschiedene Touren. Diese umfassen sowohl Galerietouren als auch Projektraumtouren, Museumstouren oder Kieztouren, die von Expertinnen und Experten geleitet werden und entweder zu Fuß, mit dem Rad oder per Bus absolviert werden. > Mehr Infos zu den Zeiten, Routen und zur Buchung