A Late Evening in the Future

Gerard Byrne Kunstmuseum St.Gallen

St.Gallen | ArtRegion: Bodensee

Kunstmuseum St.Gallen

Gerard Byrne: A Late Evening in the Future

6. Juni 2015 –

«Mich interessiert, wie in unserer Kultur die Idee von Gegenwart entsteht. Wie wird Gegenwart kulturell dargestellt und wie verändert sich diese im Laufe der Zeit.» So fasst der 1969 geborene irische Foto-, Video-, und Performance-Künstler Gerard Byrne die Beweggründe für seine Arbeit zusammen.

Nach zahlreichen Einzelausstellungen, u.a. 2011 im Irish Museum of Modern Art, Dublin oder 2014 dem FRAC des Pays de la Loire in Nantes sowie Beteiligungen an der Biennale von Venedig (2007/2011) oder der documenta (13) bietet das Kunstmuseum St.Gallen mit der umfangreichen Ausstellung A Late Evening in the Future erstmals in der Schweiz die Möglichkeit einer vertieften Begegnung mit dem Werk eines herausragenden Vertreters der Gegenwartskunst. Dabei verweist bereits der Titel auf die unterschiedlichen Zeitebenen, die in Byrnes raumgreifenden Arbeiten aufeinandertreffen, um Gegenwart zu konstituieren.

A man and a woman make love, die spektakulär inszenierte Videoinstallation des Künstlers Gerard Byrne war einer der Höhepunkte der documenta (13). Im ehemaligen Ballsaal eines mondänen Kasseler Hotels wähnte man sich ins Jahr 1928 zurückversetzt inmitten einer Gesprächsrunde von Surrealisten um den Dichter André Breton. Das Re-Enactment und die räumliche Inszenierung der mehrteiligen Projektion vergegenwärtigten das Gespräch zum Thema Erotik – mit dem Betrachter als Teilnehmer des illustren (männlichen) Zirkels.

Der räumlichen Inszenierung seiner komplexen Multimedia-Werken galt seit jeher ein grundlegendes Interesse des Künstlers. Dabei geht er weit über die üblichen Konventio-nen von Videoarbeiten hinaus, die für gewöhnlich im Dauerloop in einer Black Box zu sehen sind. Vielmehr nähern sich seine Installationen in ihrer räumlichen Strukturierung und ihrem zeitlichen Ablauf einer performativen Arbeit an und verweisen geradezu beiläufig auf die Nähe von Gerard Byrne’s Videoschaffen zum Theater.

Wiederholt hat sich der Künstler auch mit historischen Ereignissen beschäftigt, die er in auf-wendigen Inszenierungen und mit ironisch distanzierter Perspektive in die Gegenwart übersetzt und dabei zugleich zugrundeliegende kulturelle und gesellschaftliche Bedingungen offenlegt.

Vom surrealistischen Zirkel über Zukunftsvisionen oder wirtschaftlichen und ökonomischen Zerfall bis zum Monster von Loch Ness: Gerard Byrnes multimediales Schaffen befragt im Grunde stets die Geschichte hinter den Geschichten: «Als Künstler tätig zu sein ermöglicht es mir, eher abstrakte, grundlegende Aspekte von Geschichten zu bearbeiten anstatt diese einfach darzustellen bzw. das aufzubereiten, was marginalisiert zu werden droht.» (Gerard Byrne)

Kurator: Konrad Bitterli


Öffnungszeiten

Di-So 10-17
Mi 10-20
Geöffnet: Ostermontag, Auffahrt, Pfingstmontag und 1. November.
Geschlossen: Neujahr, Karfreitag, 1. August, Heiligabend, Weihnachtstag und Silvester.

Kunstmuseum St.Gallen
Museumsstrasse 32
9000 St.Gallen

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