Grafik- Sarah Parsons, Foto- Flo Streit, Helmhaus Zuerich 2020

Zürich | ArtRegion: Zürich

Helmhaus

Am nächsten Tag ging die Sonne auf

Kunst aus Zürich

4. Dezember 2020 – 24. Januar 2021

Covid-19 Massnahmen:

Geschlossen von 12. Dezember 2020 bis 22. Januar 2021

Es war noch das Jahr 2019, als dem Helmhaus Zürich dieser Titel zufiel: «Am nächsten Tag ging die Sonne auf». In der Verschränkung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft könnte es der Titel eines Romans sein. Oder eines Groschenromans. Mittlerweile ist allen klar, dass die Welt heute auch wie ein Groschenroman funktioniert. Ohne Garantie auf ein Happy End, allerdings. Garantiert scheint einzig, dass am nächsten Tag die Sonne wieder aufgehen wird. Egal, was in der Nacht zuvor passiert ist.

Die «Rücksichtslosigkeit der Zeit», die selbst über Massen von Toten mit einem strahlend blauen Himmel hinwegzieht, zeigt sich als Fluch und Segen zugleich: Weiter geht es immer – das ist die einzige Gewissheit. Nicht für alle, aber für die, die noch da sind. Dieses Unberechenbare und gleichzeitig Unaufhaltsame, sich über den ganzen Erdball Ausbreitende kennzeichnet unsere Gegenwart. Wachstum und Depression, wirtschaftlich und gesundheitlich – und alle Algorithmen helfen wenig, sich auf die Zukunft einzurichten. Die Folge sind Schwindel, Taumel, Atemlosigkeit. Das Verdrängte holt uns von hinten wieder ein. Wir haben ein gutes Dutzend Kollektive und Individuen eingeladen, die sich schon bevor das Virus kursierte in ihrer Kunst Gedanken über Kreisläufe und über «Zirkulation» gemacht haben – Letztere wurde im Vorjahr zum Jahresthema des Helmhaus für 2020 gemacht. Die beteiligten Künstler*innen spinnen Fäden zwischen Kontinenten und Kulturen, zwischen Erinnerungen und Gegenwart, zwischen Tag und Nacht, Alltag und Traum. Sie wechseln Perspektiven und sprechen das Gegenüber an. Sie sprechen mit Tauben.

Die Ausstellung handelt durchaus auch von Ausbruch und Aufbruch – mit der aufgehenden Sonne. Von der Fähigkeit zur Widerstandskraft und Erholung – nach überstandener Erschöpfung. Von Möglichkeiten einer Erneuerung. Es sind eigenwillige, unangepasste und kraftvolle Künstler*innen, die sich und ihr Werk hier exponieren. Sie machen weiter, produzieren, gehen reflektierend in den Tag hinein. Sie nehmen das Licht mit und machen etwas daraus. Was auch kommen mag – am nächsten Tag.

Öffnungszeiten

Mo: geschlossen
Di, Mi: 10 - 18
Do: 10 - 20
Fr - So: 10 - 18

Helmhaus
Limmatquai 31
8001 Zürich

Öffentlicher Verkehr

Tram 3, 4, 6, 7, 9, 11, 15: Helmhaus