Einfach himmlisch!

Marie Ellenrieder: Selbstbildnis, um 1820. Pastell, Bleistift, laviert/Papier; Inv.Nr. M 134 (Rosgartenmuseum)

Konstanz | ArtRegion: Bodensee

Städtische Wessenberg-Galerie

Einfach himmlisch!

Die Malerin Marie Ellenrieder. 1791 - 1863

18. Mai – 25. August 2013

Die Konstanzerin Marie Ellenrieder (1791-1863) zählt zu den bedeutendsten Malerinnen des 19. Jahrhunderts. Selbstbewusst und erfolgreich schlug sie einen für ihre Zeit ungewöhnlichen Lebensweg ein: Wie die meisten Künstlerinnen begann sie ihre Laufbahn als Miniaturmalerin. Doch ihr Talent wurde früh erkannt und so wurde sie 1813 als erste Frau zum Studium an der Münchner Kunstakademie zugelassen. Innerhalb kurzer Zeit avancierte sie zur gefragten Porträtistin. Ihre ausdrucksstarken Bildnisse von Bürgerlichen und Adeligen, von Männern, Frauen und Kindern, faszinieren durch die Frische der Auffassung und die psychologische Durchdringung. Auch im Genre der religiösen Kunst leistete Marie Ellenrieder Pionierarbeit: Ihre Altarbilder für die Kirche in Ichenheim/Ortenau von 1822 sind die ersten einer deutschen Künstlerin für eine katholische Kirche.

Um sich dem intensiven Studium der alten Meister zu widmen, reiste sie 1822 – 1824 nach Rom und Florenz. Doch größeren Eindruck als die Kunst von Fra Angelico, Perugino und Raffael machte auf sie die Begegnung mit dem in Rom wirkenden deutschen Künstlerkreis der Nazarener. In ihrem Schaffen und Lebensstil fand die Malerin verwirklicht, wonach sie selbst strebte: Die Verbindung von Leben, Glauben und Kunst. Von nun an widmete sie sich mehr und mehr religiösen Themen. 1827 verlieh ihr der Badische Kunstverein als erster Frau die Goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft, und Großherzog Ludwig I. ernannte sie 1829 zur badischen Hofmalerin. Mit ihrer Kunst war Marie Ellenrieder so erfolgreich, dass sie ein selbstständiges Leben führen konnte. Obwohl Baron Karl Christoph Röder von Diersburg jahrelang heftig um sie warb, blieb sie unverheiratet. Ihr gesamtes Leben ordnete sie dem Kunstschaffen unter und arbeitete bis zur Erschöpfung. Hoch verehrt starb Marie Ellenrieder 1863 in Konstanz.

Anlässlich ihres 150. Todestags widmen das Rosgartenmuseum und die Städtische Wessenberg-Galerie Konstanz Marie Ellenrieder eine umfangreiche Ausstellung mit bedeutenden Gemälden, Kartons und Zeichnungen dieser außergewöhnlichen Malerin.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.


Öffnungszeiten

Di-Fr 10-18
Sa, So, Feiertag 10-17
Geschlossen: 24.12., 25.12., 31.12., 01.01., Karfreitag, Ostermontag, Pfingstmontag, sowie an allen Feiertagen, die auf einen Montag fallen

Städtische Wessenberg-Galerie
Wessenbergstraße 43
78462 Konstanz