Gartenträume – Traumgärten

Callistrat Robu: Paradisul perdut, 1990. Öl auf Leinwand, 53 x 41 cm

Warth | ArtRegion: Bodensee, Zürich

Kunstmuseum Thurgau

Gartenträume – Traumgärten

Facetten eines Motivs

31. August 2014 – 8. März 2015

Gärten sind Sehnsuchtsorte. Lange Zeit verkörperte der Garten Eden die Paradiesvorstellung schlechthin. Heute werden auf bodenständigere Weise in umgrenzten Territorien individuelle Paradieswelten verwirklicht: Nicht mehr vorrangig als Anbaufläche für Nahrungsmittel, sondern vielmehr als Rückzugsort vom Alltag und als Feld gestalterischer Selbstverwirklichung. Der Garten war und ist ein symbolisch aufgeladener Möglichkeits- und Projektionsraum. So entwirft die Ausstellung «Gartenträume – Traumgärten» ein blühendes Labyrinth aus künstlerischen Gartendarstellungen. Von feinen Bleistiftschraffuren bis zu raumgreifenden Installationen, von Projektionen in den ehemaligen Weinkellern bis zur künstlerischen Begrünung des Aussenraums reicht die spielerisch-experimentelle Befragung des Blicks über den (Garten)zaun und anderer Grenzüberschreitungen.

Die Ausstellung nimmt die Klostergärten Ittingens zum Ausgangspunkt einer spielerischen Recherche über historische und zeitgenössische Gärten in der Kunst. Der Klostergarten galt als geschütztes Stück vom Paradies inmitten der Wirren der Zeit. Das Wort «Garten» stammt vom indogermanischen «gher» oder «ghortos» ab, was die Weiden- oder Haselnussgerten bezeichnet, mit denen Umfriedungen geflochten wurden. So sind Gärten wesentlich durch die Abgrenzung gegen ein fremdes Aussen definiert. Innerhalb dieser Grenzen entstehen Freiräume, die der Kunst Motive und Experimentierfelder bieten. Während der Mensch in seinen Gärten die Natur domestiziert hat, funktioniert der Garten in der Kunst als Spiegel individueller und kollektiver Mythen, Ahnungen und Wunschträume.

Die Ausstellungsbesucherinnen und Besucher werden in einen grünen Kosmos künstlerischer Gartendarstellungen aus unterschiedlichen Epochen entführt. Während Adolf Dietrichs Darstellungen seines umzäunten Nachbarsgärtchens für die Faszination an der geordneten und gestalteten Natur steht, zerbricht in der Gegenwartskunst das Idyll: Ins Zentrum der künstlerischen Auseinandersetzung rückt «das Paradies» mehr und mehr als zerstörtes und ausgrenzendes Territorium. Der Garten Eden wird zu einem verwunschenen Ort, das Paradies zur Paranoia und der friedliche Hort zur Utopie. Im Grenzbereich zwischen Wildnis und menschlichem Gestaltungswillen werden Gärten zum Ort der Künste selbst, zu Inspirationsquellen, Versuchsanordnungen und zum Atelier ohne Grenzen, unter freiem Himmel. Zahlreiche Leihgaben von der Miniaturmalerei bis zur raumgreifenden Installation erzählen Geschichte und Geschichten. Eine für die Ausstellung entstandene Forschungsarbeit des Künstlerduos steffenschoeni wächst auch über die Museumsmauern hinaus und begrünt den Aussenraum der Kartause Ittingen.


Öffnungszeiten

Sommer (1.5. - 30.9.)
Mo-So 11-18

Winter (1.10. - 30.4.)
Mo-Fr 14-17
Sa & So, Feiertage 11-17

Kunstmuseum Thurgau
Kartause Ittingen
8532 Warth

Öffentlicher Verkehr

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