Sergey Bratkov - Heartbreak, Installationsansicht, Galerie Volker Diehl, Berlin, 2022 © Marcus Schneider

Berlin | ArtRegion: Berlin, Charlottenburg

DIEHL

SERGEY BRATKOV: HEARTBREAK

10. Dezember 2022 – 27. Januar 2023

Sergey Bratkov, 1960 in der russischsprachigen Stadt Charkiw in der Ukraine geboren, ist seit vielen Jahren ein bekannter Künstler in seinem Land. Nachdem er begonnen hatte, seine Werke in Untergrundgalerien in Charkiw, Kiew und Moskau auszustellen, wurde Bratkov auch in bedeutenden Kunstinstitutionen in Westeuropa ausgestellt, wie dem Fotomuseum Winterthur, den Deichtorhallen in Hamburg, dem S.M.A.K. in Gent und dem Baltic Centre for Contemporary Art in Gateshead. Außerdem vertrat er 2007 die Ukraine auf der Biennale di Venezia.

Künstlerisch gehörte Sergey Bratkov zur Charkiwer Schule für Fotografie, einer avantgardistischen Bastion einer künstlerischen Bewegung, die sich gegen die Kunstdoktrin des sowjetischen Staates richtete. Mit seinem kompromisslosen Blick auf die Realität brach Bratkov Tabus und attackierte die Konventionen der sowjetischen und postsowjetischen Gesellschaft. 1987 schloss er sich der Gruppe Gosprom an und gründete später zusammen mit Boris Mikhailov, Vita Mikhailov und Sergey Solonsky die Gruppe Immediate Reaction (1994-1997), die ihm erstmals internationale Aufmerksamkeit brachte.

In einer Reihe von Performances und Fotoserien trieb die Gruppe den Tabubruch ihrer Bilder gegenüber der postsowjetischen Realität auf die Spitze; gleichzeitig entfaltete sich Sergey Bratkovs Werk in den Medien Fotografie, Video und Rauminstallation, wobei er mit Methoden der Montage, Collage und bizarren Inszenierung surreale Bildwelten schuf, die von der Existenz in postsowjetischen Gesellschaften erzählen. Vor allem Ansätze des Wiener Aktionismus tauchen in der physischen Radikalität ihrer Aktionen wieder auf und sorgen für eine nie dagewesene, nicht enden wollende Erkundung des Möglichen.

Im Mittelpunkt der zweiten Ausstellung von Sergey Bratkov in der Galerie Diehl in Berlin mit dem Titel „Heartbreak“ steht die kleinformatige Arbeit „Heart Hole, 2022“, die die zerbrochenen Wunden eines zerschossenen Spiegels zeigt.

Sergey Bratkovs Ausstellung „Heartbreak“ ist ein sehr persönlicher Kommentar zum Zustand des Krieges, der sich auf Werke aus den letzten 30 Jahren stützt, um seine Interpretation der aktuellen Ereignisse zu zeigen. Sein facettenreiches künstlerisches Schaffen spiegelt sich in Bildern wider, die dem postsowjetischen System kritisch gegenüberstehen, die Sehnsucht nach der Heimat in Charkiw wecken und die unermessliche Grausamkeit des Krieges metaphorisch darstellen. Bratkov, ein russischsprachiger Ukrainer, der seit 2000 in Moskau und zeitweise in Berlin lebt, hat seinen oppositionellen Geist in seinen Werken verkörpert und ein erhabenes Lied von der zersplitterten Existenz in Zeiten des Krieges geschaffen.


Öffnungszeiten

Di-Fr: 11-18
Sa: 11-14

DIEHL
Niebuhrstrasse 2
10629 Berlin