Berlin | ArtRegion: Berlin, Treptow

Stiftung Reinbeckhallen

„… irgendwer hat immer fotografiert …“

Private Fotografie in Ostdeutschland 1980-2000

20. November 2021 – 20. Februar 2022

In den Jahren zwischen 1980 und 2000 wurden in Ostdeutschland zahllose Fotografien aufgenommen, in Alben montiert, allein oder mit Verwandten und Bekannten angeschaut und Geschichten dazu erzählt. Viele der Bilder gleichen sich. Die Alben schon weniger. Und die Geschichten zu den Bildern und den Alben könnten verschiedener oft kaum sein.
Die Forschungsausstellung geht auf das seit Anfang 2020 laufende Dokumentationsprojekt Biografie und Geschichte. Private Fotografie in Ostdeutschland 1980–2000 zurück. In mittlerweile mehr als 50 Albengesprächen erzählten Albenbesitzer*innen, welche Rolle die private Fotografie für sie vor, während und nach dem Untergang der DDR spielte. Von den dramatischen Ereignissen im Herbst 1989 gibt es zwar relativ wenig private Aufnahmen. Doch umso eindrücklicher lässt sich in den Alben verfolgen, wie mit der Fotografie die Gemeinschaftlichkeit von Familien, Arbeitsbrigaden, Jugendcliquen und anderen Gruppen hergestellt, organisiert und manchmal über alle gesellschaftlichen Brüche hinweg erhalten und stabilisiert wurden. Denn dass ein politisches System verschwindet und ein neues etabliert wurde, wird in diesen Alben allenfalls in Details sichtbar: Man posierte nicht mehr stolz neben einem Trabant, sondern neben einem Golf. In manchen Urlaubsalben wird die Ostsee von Mallorca verdrängt; in anderen stehen Jahr um Jahr die gleichen Zelte am selben Strand. Und viele Fotograf*innen wechselten von der Schwarz-weiß- zur Farbfotografie, was meist ökonomische Gründe hatte – es war preiswerter, die Filme den neuen Drogerieketten zu übergeben, als sie in den heimischen Dunkelkammern abzuziehen.


Öffnungszeiten

Do & Fr 16-20
Sa & So: 11-20

Stiftung Reinbeckhallen
Reinbeckstrasse 11
12459 Berlin

Öffentlicher Verkehr

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Tram 60 & 67 bis Firlstraße