Making Africa

Cyrus Kabiru, »Caribbean Sun«, 2012, Aufnahme aus der »C-Stunners« Fotografie-Serie, © Carl de Souza/AFP/Getty Images

Weil am Rhein | ArtRegion: Basel - Oberrhein

Vitra Design Museum und Schaudepot

Making Africa

A Continent of Contemporary Design

14. März – 13. September 2015

Art Basel Week Hours (10-16 June 2024):

Mon-Sun 10-18

»Die Zukunft gehört Afrika, denn überall sonst hat sie scheinbar schon stattgefunden.« Okwui Enwezor

In einer großen Ausstellung rückt das Vitra Design Museum das zeitgenössische afrikanische Design in ein neues Licht. Anhand der Arbeiten von über 120 Künstlern und Designern zeigt sie, wie Design die wirtschaftlichen und politischen Veränderungen des Kontinents begleitet und fördert. Sie präsentiert Afrika als Experimentierfeld, von dem aus neue Ansätze und Lösungen in die Welt gehen – und als Triebfeder für eine neue Diskussion, was Design im 21. Jahrhundert leisten kann.

Wenn die Medien vom »afrikanischen Aufschwung« berichten, geht es häufig um rapides Wirtschaftswachstum oder um eine rasant expandierende Mittelschicht – Phänomene die innerhalb der nächsten Jahrzehnte einen tiefgreifenden Wandel auf dem Kontinent erzeugen werden. Eine andere Entwicklung hat jedoch bereits jetzt das Alltagsleben aller Afrikaner grundlegend verändert und prägt auch die Arbeit von Designern und Künstlern: Heute gibt es 650 Millionen registrierten Mobiltelefone in Afrika, mehr als in Europa oder in den USA. Viele dieser Geräte haben Internetzugang und schaffen so eine Plattform für Kommunikation und Informationsaustausch. Dieses Tor zur Welt hat den Perspektivwechsel ermöglicht, der im Zentrum der Ausstellung »Making Africa – A Continent of Contemporary Design« steht.

Die Ausstellung richtet ihr Augenmerk folglich auf eine neue Generation von afrikanischen Unternehmern, Denkern und Gestaltern. Als »digital natives« sprechen sie ein globales Publikum an und legen dem Rest der Welt eine neue Sicht auf Afrika nahe. Sie arbeiten häufig in mehreren Disziplinen gleichzeitig und brechen mit althergebrachten – oft von westlichen Sichtweisen geprägten – Definitionen von Design, Kunst, Fotografie, Architektur oder Film. »Making Africa« präsentiert eine Vielfalt an Arbeiten in den unterschiedlichsten Medien, etwa die Brillenskulpturen des kenianischen Künstlers Cyrus Kabiru, die Möbel des malischen Designers Cheick Diallo und die Fotografien von Mário Macilau aus Mosambik und J.D.̓ Okhai Ojeikere aus Nigeria. Sie zeigt die Architektur von Francis Kéré, David Adjaye und Kunlé Adeyemi, die markanten Stadtmodelle aus Pappe von Bodys Isek Kingelez, oder die animierten Kurzfilme des in Berlin lebenden Südafrikaners Robin Rhode. Was all diese Werke verbindet ist die Tatsache, dass sie Fragen der materiellen Kultur und Alltagsästhetik – kurzum: des Designs – thematisieren. Sie zeigen, dass Design in Afrika viel umfassender verstanden wird als in westlichen Kulturkreisen – und wie gerade dieses Verständnis zukunftsweisende Gestaltungsansätze hervorbringt.

Kuratiert wurde die Ausstellung von Amelie Klein, Kuratorin des Vitra Design Museums. Beratender Kurator ist Okwui Enwezor, Direktor des Haus der Kunst in München und Direktor der 56. Biennale di Venezia in 2015. Im Anschluss an die erste Präsentation im Vitra Design Museum wird die Ausstellung ab Herbst 2015 im Guggenheim Museum Bilbao und ab Frühjahr 2016 im Centre de Cultura Contemporània de Barcelona gezeigt.


Öffnungszeiten

täglich 10-18

Vitra Design Museum und Schaudepot
Charles-Eames-Str. 2
79576 Weil am Rhein

Öffentlicher Verkehr

Bus 55 ab Basel Claraplatz (Fahrzeit: 20 Min.) oder ab Badischer Bahnhof (Fahrzeit: 16 Min.): Vitra Design Museum