Nichts ist wirklich!

Eschlikon | ArtRegion: Bodensee, Zürich

widmertheodoridis

Othmar Eder: Nichts ist wirklich!

25. August – 29. September 2018

Grossformatig, fotorealistisch, detailliert – das sieht doch sehr wirklich aus. Othmar Eder nimmt uns mit auf eine Reise in die Stadt seines Herzens: Lissabon. Selbst der Titel ist eine Referenz an diese Stadt und ihren berühmten Schriftsteller Fernando Pessoa, dem Othmar Eder sich geistig verbunden fühlt: ‘In der Kunst gibt es keine Enttäuschung, weil die Täuschung von Anfang an inbegriffen war.’

‘Othmar Eder (er)findet Bilder, er sucht, sammelt, zeichnet, fotografiert, filmt sie – sie tauchen aus der Vergangenheit auf, sie liegen am Strassenrand, sie blättern von Strassenwänden, schlummern in Archivschachteln, im Gedächtnis, auf Flohmärkten, in Zeitungen, im hintersten Gestell im Atelier, in vergilbten Büchern… Othmar Eder findet sie und sie lassen ihn nicht mehr los, er schichtet sie um, kopiert sie, transformiert sie, setzt sie in neue Zusammenhänge, baut neue Kontexte, lässt sie einige Jahre ruhen, um sie dann wieder aus der Vergessenheit hervorzuholen. Othmar Eder wirft einen wachen und präzisen Blick auf scheinbare Nebenschauplätze – doch die Bilder bleiben letztendlich verschwommen und diffus. Auskratzungen, Leerstellen, opake Schleier, Überlagerungen und Übermalungen – die Werke entziehen sich einer konkreten Schärfe und verharren in einer rätselhaften Andeutung. Wie nähert man sich einem Künstler, der sich in keine Kategorie einordnen lässt, dessen Werke zum Teil eine Datierungsspanne von über 20 Jahren haben, dessen Werkfülle dermassen ausufernd ist, der sich selbst als leidenschaftlichen Gegen-den-Strom-Schwimmer bezeichnet? Ein strikter chonologischer Abriss seiner Werke oder ein umfassender Werküberblick ist im Rahmen dieser Publikation nicht möglich. Es bietet sich daher eine Methode an, die Eders Arbeitsweise aufgreift: Ein ausgiebiges Beobachten, ein Herantasten, ein Aufgreifen einzelner Fundstücke, eine subjektive Auswahl.’ Katja Baumhoff (aus Bilderfinder)

In ‘Nichts ist wirklich!’ entwirft Othmar Eder in übergrossen Zeichnungen überreale Wirklichkeiten – gefühlte Wahrheiten. Pessoa hätte es nicht treffender zeichnen können: ‘Ich bin ein Mensch, für den die äussere Welt eine innere Wirklichkeit ist. Ich nehme dies nicht metaphysisch wahr, sondern mit den Sinnen, mit denen wir die Wirklichkeit für gewöhnlich in uns aufnehmen.’


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widmertheodoridis
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