Perspectives on Imaginary Futures

Michael Burton & Michiko Nitta: Near Future Algae Symbiosis Suit, Prototype, 2010

Münchenstein | ArtRegion: Basel - Oberrhein

HEK Haus der Elektronischen Künste

Perspectives on Imaginary Futures

24. Mai – 22. Juni 2014

Ausstellung Perspectives on Imaginary Futures im Haus für elektronische Künste Basel zeigt, wie Künstler sich mögliche Zukunftsszenarios vorstellen. Im Rahmen des Mottos «Aufbruch» der diesjährigen Oslo Night 2014 richten sich die Positionen der Gruppenausstellung auf ein Morgen, das sich durch ihren künstlerischen Einsatz untersuchen und gestalten lässt.

Wie wollen wir in Zukunft leben? Wie kommunizieren? Wie können wir unsere Umwelt und Gesellschaft mit entwickeln? Und wie sieht unser Alltag hier und anderswo aus – wie essen, wohnen und lieben wir? Die Ausstellung Perspectives on Imaginary Futures im Haus für elektronische Künste Basel (HeK) stellt künstlerische Konzepte vor, welche die Zukunftsgestaltung mit kreativen Erfindungen, dem Potential des Internets und den Möglichkeiten der Wissenschaft in die eigenen Hände nehmen. Jenseits eines globalen Fortschrittsversprechens entwickeln die Arbeiten alternative Zukunftslösungen und utopische Konzepte, die sich mit der zentralen Gestaltung menschlichen Daseins beschäftigen. Das alltägliche Leben steht dabei ebenso im Fokus wie gesamtgesellschaftliche Fragestellungen und Entwicklungen. Auch beunruhigende Trends werden in den Blick genommen. Gemeinsam ist den verschiedenen Perspektiven, die die Ausstellung aufzeigt, eine unbefangene Herangehensweise, die unsere Vorstellungen der Zukunft einer ironisch kritischen Prüfung unterziehen.

So untersucht beispielsweise das britische Künstlerduo Burton Nitta, wie Menschen sich von Sonnenlicht ernähren könnten, indem sie Pflanzen imitieren. In ihrem Projekt Algaculture (2010-2014) kreieren sie Möglichkeiten des symbiotischen Zusammenlebens von Algen und Menschen, und zeigen, wie der menschliche Körper redesigned und weiterentwickelt werden könnte. Auch Markus Kayser entwirft in seinem Projekt Solar Sinter (2012) einen Lösungsansatz für den Ressourcenumgang in der Zukunft. In der Kombination von natürlicher Energie und High-Tech Technolgie konstruierte er eine Maschine, die aus dem Sand der Wüste mit Hilfe von Sonneneinstrahlung und einem 3D Print-Verfahren Glasobjekte herstellen kann.

Weitere Arbeiten zeigen, wie Tauben mit Einsatz von Bakterien dazu eingesetzt werden könnten, statt Kot Seife zu produzieren (Cohen Van Balen, Pigeon d’Or, 2011) oder wie das Aufziehen von Kindern in Zukunft per Roboter funktionieren könnte (Addie Wagenknecht, Optimization of Parenthood, 2013). Alternative Zukunftsszenarien zum Thema Wohnen und Energie entwickelt Tobias Revell in seiner fiktiven Dokumentation New Mumbai (2012), in der genetisch modifiziertes Genmaterial eine Invasion von Riesenpilzen in den Slums einer indischen Grossstadt zur Folge hat, die letztlich zur Unabhängigkeit der Bewohner beitragen, da sie als Energielieferanten genutzt werden können. In Neïl Beloufas Film Kempinski (2007) erzählen Bewohner der Bamaka, der Hauptstadt von Mali, von ihren Zukunftsträumen. In der Spannung zwischen typischen Science-Fiction-Elementen der Phantasien und der Realität der Menschen spielt Neïl Beloufa mit den westlichen Zuschauererwartungen an ein exotisches Afrika.

Auch die deutsche Künstlergruppe Reinigungsgesellschaft sammelte Zukunftsvorstellungen in ihrem Projekt Bus to the Future (2012). Sie befragten Bewohner einer amerikanischen Grossstadt zu ihren Wünschen für ein Bussystem und setzen sich mit zukünftiger Stadtentwicklung und öffentlichem Transportwesen auseinander.

Mit dem Thema Lust und Arbeit beschäftigen sich die amerikanischen Künstler Stephanie Rothenberg und Jeff Crouse. Sie reflektieren in ihrem Online-Crowdfunding-Projekt Laborers of Love/LOL (2013) wie sexuelle Fantasien und Lüste mit zukünftiger Arbeitsauslagerung im Internet von anonymen Zulieferern bearbeitet werden können. Mögliche neue Lebensformen thematisiert Julia Minnig, Studentin an der Hochschule für Gestaltung Basel.

KünstlerInnen: Revital Cohen & Tuur Van Balen, Neïl Beloufa, Michael Burton & Michiko Nitta, Markus Kayser, Julia Minnig, Marisa Olson, Reinigungsgesellschaft, Tobias Revell, Stephanie Rothenberg & Jeff Crouse, Addie Wagenknecht, u.a.


Besondere Öffnungszeiten

Mi - Fr: 15 - 20
Sa, So: 13 - 20

Öffnungszeiten Art Basel (17.06.2014 -22.06.2014):
Di - So: 12 - 20
Führungen Di - So, 14 Uhr

HEK Haus der Elektronischen Künste
Freilager-Platz 9
4142 Münchenstein

Öffentlicher Verkehr

Tram 11: Freilager