Philippe Cognée – Stephan Balkenhol

Saint-Louis | ArtRegion: Basel - Oberrhein

Fondation Fernet-Branca

Philippe Cognée – Stephan Balkenhol

22. Mai – 9. Oktober 2016

Art Basel Week Hours (10-16 June 2024):

Mon-Sun 13-18 ★Wed 10-12
Free entrance during Art Basel Week

Die gemeinsame Ausstellung der jüngsten Werke von Philippe Cognée und Stephan Balkenhol wirft die Frage nach den Modalitäten der figürlichen Darstellung auf, die die zwei Künstler seit den 80er Jahren betreiben. Ihre Arbeit behauptet sich in einer Distanzierung zu den Vorgaben, die die Vertreter der Konzeptkunst und des Minimalismus geschaffen haben. Beide unterhalten eine Beziehung zum Reellen, Alltäglichen, zur Landschaft, oder ganz einfach zur Menschheit insgesamt, schaffen jedoch einen Abstand und wählen einen Blickwinkel, die das Bild zeitlos erscheinen lassen.

Der Mann im weißen Hemd und in schwarzer Hose bei Stephan Balkenhol und die Ladenregale bei Philippe Cognée rufen in uns eine Vielzahl von Interpretationsmöglichkeiten hervor. Die Einheit von Zeit und Ort oder der Gesichtsausdruck bei einem Porträt, die dem Bild gewöhnlich Sinn verleihen, sind hier durch Distanz und Leere ersetzt, die Neues eröffnen und manchmal Melancholie hervorrufen.

Philippe Cognée hinterfragt seit über 30 Jahren die Rolle der Malerei. Als Grundlage für seine Arbeiten dienen Fotografien. Um diese heute digitalen, allgegenwärtigen und banal gewordenen Bilder zu transzendieren, bearbeitet er sie mit einer eigenen Wachstechnik. Der Wille zur Abstrahierung durch das Malen auf erhitztes und glattgedrücktes Wachs, macht aus der Technik gleichzeitig das Subjekt der Malerei und das Objekt, das gezeigt wird. Es handelt sich also in erster Linie um Malerei, denn sie ist es, die das Thema des Bildes bestimmt und auch die Art und Weise, mit der es wahrgenommen wird.

Stephan Balkenhol ist der bekannteste unter den deutschen Bildhauern. Er gehört zu den Ersten, die die Erneuerung der figürlichen Plastik in den 80ger Jahren wieder angetrieben haben. Seine Arbeit besteht aus Flachreliefs und Rundplastiken aus bemaltem Holz. Seine Skulpturen, die jeweils aus einem einzigen Holzblock herausgeschlagen werden, tragen die Spuren der Bearbeitung mit Messer und Säge. Er stellt Menschen, aber auch Tiere und Hybriden dar. Nur die Haut bleibt sichtbar, der Rest ist bemalt. Seine Menschen und Tiere erscheinen wie erstarrt und erlauben zahlreiche Deutungsmöglichkeiten, die begeistern oder erschrecken können, je nach Sichtweise des Betrachters. Ihre Distanz zur umgebenden Welt erzeugt extreme Neutralität, die Erzählung und Emotionen ausschließt. Sie werden zu unerlässlichen und unvergesslichen Archetypen der Menschheit, ihrer Träume und Ängste.

Philippe Cognée, 1957 geboren, lebt und arbeitet in Nantes. Er studierte an der Kunsthochschule von Nantes, erhielt 1982 den Rompreis et lebte 1990 als Stipendiat der Villa Medici in Rom. 2004 wurde er für den Marcel-Duchamp-Preis nominiert. Seit 2005 lehrt er an der Kunsthochschule von Paris.

Seine Arbeit wurde in zahlreichen Einzelausstellungen gezeigt, unter anderem im Musée des Beaux-Arts von Anger (2005), im MAMCO (Museum für moderne und zeitgenössische Kunst) in Genf (2006), im FRAC Haute-Normandie (2007). Er nahm 2011 an der von Ausstellung „Le réel est inadmissible“ teil, die im Kunstzentrum Le Hangar à Bananes in Nantes von Jean-Charles Vergne kuratiert wurde und weihte im selben Jahr das Werk „Echo“ im Rahmen eines öffentlichen Auftrags im Versailler Schloss ein. 2013 wurde sein Werk aus den Jahren 1984-2013 im Musée des Beaux-Arts von Grenoble gezeigt. Seine Arbeiten sind in zahlreichen namhaften Sammlungen vertreten, wie z. B. im Musée national d’art moderne des Centre Georges-Pompidou, in der Fondation Cartier oder im Museum Ludwig in Köln. Er wird von der Galerie Daniel Templon, Paris-Brüssel, vertreten.

Stephan Balkenhol, 1957 geboren, ist seit 1992 Professor für Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste in Karlsruhe. Seine Werke befinden sich in bedeutenden öffentlichen und privaten Kunstsammlungen auf der ganzen Welt. In Frankreich stellte er 2010 in Grenoble aus. Er wird von der Galerie Thaddaeus Ropac, Paris-Salzburg, der Galerie Nosbaum Reding in Luxemburg und der Mai 36 Galerie in Zürich vertreten.

During the Art Basel Week 2016
there are free shuttles

June 16, from 9 to 11 am
Departure every 20 minutes from 8.30 am
Bleichstrasse, Basel to the Fondation Fernet-Branca and return

June 18, from 7 to 11 pm
Departure every 20 minutes from 6.30 pm
Bleichstrasse, Basel to the Fondation Fernet-Branca and return


Öffnungszeiten

Mi-So 13-18

Fondation Fernet-Branca
2 Rue du Ballon
68300 Saint-Louis

Öffentlicher Verkehr

Bus: Carrefour Central / Croisée des Lys (3 Minuten vom Museum entfernt) – Richtung Basel Haltestelle „Schifflände“