Picasso, Chagall, Jawlensky

Basel | ArtRegion: Basel - Oberrhein
Kunstmuseum Basel | Neubau

Picasso, Chagall, Jawlensky

Meisterwerke der Sammlung Im Obersteg

22. Februar – 24. Mai 2020

Die Ausstellung Picasso, Chagall, Jawlensky zeigt im Kunstmuseum Basel | Neubau im Frühling 2020 ein Porträt der Sammlung Im Obersteg im Dialog mit ausgesuchten Werken des Kunstmuseums Basel sowie einzelnen internationalen Leihgaben.

Die Basler Privatsammlung Karl Im Oberstegs (1883–1969), die sich seit 2004 als Dauerleihgabe im Kunstmuseum befindet, entstand massgeblich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Meisterwerke von Pablo Picasso, die weltberühmten Judenbildnisse Marc Chagalls von 1914, Alexej von Jawlenskys umfangreiche, 30 Gemälde umfassende Werkgruppe sowie sieben eindringliche Gemälde Chaïm Soutines und Werke vieler anderer Künstler der Sammlung Im Obersteg werden in der Ausstellung situativ mit Werken des Kunstmuseums ergänzt. So entstehen Verschränkungen zwischen der privaten und der öffentlichen Sammlung, die wie etwa im Falle von Picasso den Gesamtgehalt der Gruppe steigern und die Bedeutung der Werke der Privatsammlung in einem breiteren Kontext erfahrbar machen.

Diese Bezugnahme zwischen den Sammlungen drängt sich auf, da Karl Im Obersteg als Mitglied der Ankaufskommission die Sammlungspolitik des Kunstmuseums in der entscheidenden Zeit mitprägte und sich somit auch Parallelen zu seiner privaten Sammlung ergeben. Er begleitete beispielsweise 1939 den damals neuen Direktor des Museums, Georg Schmidt, an die Auktion «entarteter» Kunst nach Luzern, wo sie kapitale Werke der Klassischen Moderne für die Öffentliche Kunstsammlung Basel erwarben. Privat tätigte er dort keine Käufe.

Ausgewählte Leihgaben akzentuieren die zentralen Themen der Ausstellung Picasso, Chagall, Jawlensky. Dabei handelt es sich meist um Werke, die vormals Teil der Sammlung Im Obersteg waren oder in einem wichtigen Bezug zu ihr stehen. Picassos monumentales Bildnis seines Malerfreundes Jacinto Salvado im Harlekinkostüm, der Arlequin assis (1923), war viele Jahre das Hauptwerk der Sammlung Im Obersteg, bis es nach dem Tod Karl Im Oberstegs im Jahr 1969 verkauft wurde. Erstmals seit 50 Jahren ist es möglich, dieses Meisterwerk aus Privatbesitz erneut im Kontext der Sammlung Im Obersteg zu sehen, begleitet von seinem Geschwisterbild, dem Basler Arlequin assis aus demselben Enstehungsjahr.

Bei einer weiteren Leihgabe handelt es sich um eine Replik von Marc Chagalls Der Jude in Schwarz-Weiss, die der Künstler um 1923 in Paris nach der in der Sammlung Im Obersteg befindlichen Erstfassung gemalt hatte und die sich heute im Palazzo Ca’Pesaro in Venedig befindet. Diese Zusammenführung wird ergänzt und kontextualisiert durch eine Korrespondenz zwischen Karl Im Obersteg, Marc Chagall und dem Sammler Alexandre Kagan-Chabchay aus dem Archiv der Stiftung Im Obersteg, die die Problematik und Bedeutung der Repliken in der Kunst Chagalls thematisiert.

Eine dritte Leihgabe mit direktem Sammlungsbezug ist ein Gemälde von Emil Nolde, Gelehrter mit Mädchen (1919, heute im Museum Kunst Palast Düsseldorf), das ebenfalls einst Teil der Sammlung war. Die Verkäufe solch wichtiger Werke könnten unter dem Motto «Prüfe alles, behalte das Gute» stehen. Dies schrieb Karl Im Obersteg 1952 in eines seiner Sammlungsalben, das er seinem Sohn Jürg zum 38. Geburtstag schenkte. Er war bereit, sich von Werken zu trennen, wenn dies das Profil der Sammlung schärfte oder die begrenzten räumlichen Gegebenheiten seines Hauses es erforderten. Prominentestes Beispiel war der Eintausch von Marc Chagalls La noce (1911, heute im Musée national d’art moderne Centre Pompidou, Paris) gegen den Juden in Grün (1914) im Jahr 1935. Nur ein Jahr später erwies sich dieser Tausch als Segen, als sich die Gelegenheit bot, die zwei Geschwisterbilder Der Jude in Schwarz-Weiss und Der Jude in Rot aus Privatbesitz zu erwerben.

Öffnungszeiten

Di – So: 10 – 18
Mi: 10–20
Mo geschlossen

Eintrittspreise

Sonderausstellung inkl. Sammlung & Ausstellungen: 26 CHF / 25 €
Bitte Eingang im Kunstmuseum Basel | Hauptbau benützen.

Kunstmuseum Basel | Neubau
St. Alban-Graben 20
4051 Basel

Öffentlicher Verkehr

ab Bahnhof SBB
Tram Nr. 2 Richtung «Eglisee/Badischer Bahnhof» bis Haltestelle «Kunstmuseum» (ca. 4 Min. / 3 Stationen )