Sockelgeschichten_BündnerChur2022

Chur | ArtRegion: Bodensee

Bündner Kunstmuseum Chur

SOCKELGESCHICHTEN

18. Juni – 11. Dezember 2022

Mit der Ausstellung „Sockelgeschichten“ thematisiert das Bündner Kunstmuseum die Skulptur. Anhand von Werken aus der Sammlung dokumentiert die Schau, wie breit und flexibel der Begriff der Skulptur heute ist. Der Typus der Skulptur auf einem hohen Sockel ist Geschichte. Indem der Sockel programmatisch abgebaut und das Publikum einbezogen wurde, hat sich die Skulptur demokratisiert und sozialisiert. Das Bündner Kunstmuseum zeigt in der Ausstellung „Sockelgeschichten“ im Erweiterungsbau Werke, die in den letzten rund 80 Jahren entstanden sind und diese Entwicklung anschaulich illustrieren. Dabei ist jeder Raum einem Thema gewidmet: Vielfalt, Behausung, Zeitalter und Malereiskulptur.

Im Hauptraum bilden die Souffleurkästen von Mirko Baselgia, die auch als Symbol für den Titel der Ausstellung stehen, den Auftakt zum Thema „Vielfalt“. Baselgia scheint den Besuchern aus den sockelartigen Kästen Geschichten zuzuflüstern. Darüber hinaus werden hier Arbeiten von Evelina Cajacob, Martin Disler, Bethan Huws, Vaclav Pozarek, Jürg Stäuble oder Not Vital gezeigt, deren Platzierung im Raum und Materialität unterschiedlicher nicht sein könnte: Holz, Bronze, Fell, Terrakotta, Neon oder Wasser. Auch die Zeit spielt in der Skulptur von Roman Signer eine wichtige Rolle. Zudem schwebt das vogelähnliche Objekt von Erica Pedretti über den Boden.
Der zweite Raum ist dem Thema „Behausung“ gewidmet. Hier steht das Haus für das Bedürfnis nach Schutz und Geborgenheit, sei es als schlichter und unprätentiöser Unterschlupf, wie im Stall von Gabriela Gerber & Lukas Bardill, oder als Ort der stillen Einkehr und des Glaubens, wie im kleinen Tempel von Franz Eggenschwiler.
Im dritten Raum zum Thema „Zeitalter“ lässt Dominik Zehnders Findelkind den Blick aus der fernen Zukunft zurück in das Anthropozän, das Zeitalter des Menschen auf der Erde, schweifen. Was bleibt von der Gegenwart? In den Arbeiten von Corsin Fontana, Daniel Spoerri und Dieter Roth sind Verwandlungs- und Zersetzungsprozesse Teil ihrer Werke aus organischen Materialien. Wie das Leben, so Roths Überzeugung, sollte auch die Kunst sein und sich, dem Rhythmus der Zeit ausgesetzt, ständig verändern.
Für den vierten Raum zum Thema „Malerei-Skulptur“ stehen zwei Gemälde von Augusto Giacometti im Dialog mit einer raumgreifenden, bemalten Flacharbeit von Adrian Schiess. Im Werk von Stefan Gritsch wird die Farbe zur Skulptur, die Grenzen zwischen Malerei und Skulptur verschwimmen, und bei Hugo Suter wird die materielle Assemblage im vitrinenartigen Kasten zur Malerei eines Blumenstrausses. Schließlich stellt Pascale Wiedemann ihre in Polyesterharz gegossenen Kleidungsstücke in einen Dialog mit der jahrhundertealten Maltradition des Selbstporträts.


Öffnungszeiten

Di, Mi, Fr - So: 10 - 17
Do: 10 - 20

Bündner Kunstmuseum Chur
Bahnhofstrasse 35
7000 Chur

Öffentlicher Verkehr

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