Spektrale

St.Gallen | ArtRegion: Bodensee

Städtische Ausstellung im Lagerhaus

Beatrice Dörig: Spektrale

27. Februar – 22. März 2015

Auf Einladung der Stadt St.Gallen zeigt Beatrice Dörig im Architektur Forum Ostschweiz aktuelle Arbeiten.

Zeitungsbilder von Bedrohungen und Katastrophen malerisch übersetzt in leuchtende Farbspektakel – Beatrice Dörig eröffnet mit «Spektrale» neue Wahrnehmungsebenen. Die St.Galler Künstlerin ent- und rekontextualisiert in ihrem Schaffen Fotoarchive, um sich das Zeitgeschehen in einem mehrstufigen Prozess anzueignen. In ihren jüngsten Arbeiten befasst sie sich mit der Intensitätsverteilung von Bildelementen und Farben sowie deren kritischer Ästhetisierung.

Aus dem Kontext gelöste Aufnahmen
«Spektrale» geht die Serie «betörend schön» (2012) voraus. Diese Bildserie besteht aus kleinformatigen Farbstiftzeichnungen, die mediale Bilder zum Motiv haben wie das Atomkraftwerk Mühleberg, eine Autofahrt im Schnee, Deepwater Horizon und ein Taifun in Fukushima. Dörig erfasste die Fotografien digital, zeichnete sie ab und löste die Aufnahmen so aus ihrem Kontext. Ohne Begleitgeschichte, Datum und Titel fungieren die Abzüge als persönliche Wiedergaben einer Stimmung, als Andenken oder Antrieb für neue Interpretationen. In einem weiteren Modifikationsprozess überblendete Dörig die Fotografien zu Gesamtbildern, welche die Rezeptionsleistung herausfordern. Die Motive lassen sich nicht mehr identifizieren, sind aber trotzdem präsent und verfliessen zu intensiven Impressionen. Einzelne Fragmente davon lichtete die St.Gallerin wiederum ab und überführte sie in farbenstarke Ölbilder auf Leinwand («Spektrale», 2014).

Das Bild als Informationsträger
Durch die transmediale Verschiebung reflektiert die Künstlerin das Bild als Informationsträger und dessen Materialität. Pressefotografien sind Illustrationen unserer Zeit – sie verschaffen dem Geschehen Transparenz und prägen unsere Wahrnehmung von künftigen Ereignissen. So gegenwärtig sie jedoch sind, so schnell gehen sie vergessen. Hier setzt Dörig an, wenn sie durch die ästhetische Transformation die Lebensdauer und Aussagekraft von visuellen Zeitzeugnissen befragt. Die künstlerische Dynamisierung der Sujets, das Spiel mit Licht und Intensionen, ermöglichen eine neue Wahrnehmung dieser drückenden Szenen.

Werkbeitrag der Stadt St.Gallen
Beatrice Dörig erhielt 2014, zum zweiten Mal nach 2011, den Werkbeitrag der Stadt St.Gallen. Die Künstlerin lebt und arbeitet in St.Gallen. Nach langem Engagement im Figurentheater widmet sie sich in den letzten Jahren vermehrt der bildenden Kunst. Sie ist auch als Vorstandsmitglied der visarte.ost und des Kunstraums Nextex tätig.


Öffnungszeiten

Di–So 14–17 Uhr

Städtische Ausstellung im Lagerhaus
Davidstrasse 40
9000 St.Gallen

Öffentlicher Verkehr

Bus 1, 4: Rosenbergstrasse. Bus 7: St.Leonhard. Bahn: St.Gallen Hauptbahnhof