Spiegel der Malerei

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Konstanz | ArtRegion: Bodensee
Städtische Wessenberg-Galerie

Spiegel der Malerei

Die druckgraphische Sammlung des Freiherrn von Wessenberg

14. September – 17. November 2019

Ignaz Heinrich von Wessenberg (1774-1860), zunächst Generalvikar, dann Verweser des Bistums Konstanz, war nicht nur ein reformerisch eingestellter Kirchenmann, sondern auch ein großer Freund und Förderer der Kunst. Neben seiner Gemäldesammlung besaß Wessenberg eine umfangreiche Kollektion reproduktionsgraphischer Werke aus fünf Jahrhunderten, das heißt Stiche, die bekannte Werke der Bildenden Kunst in Schwarzweiß-Abbildungen wiedergeben.

Die Hoch-Zeit der Reproduktionsgraphik war zwischen dem 17. und dem beginnenden 19. Jahrhundert. Die Reproduktionsstecher versuchten, ein im Original farbiges Gemälde eines berühmten Künstlers allein mithilfe von Linien und Helldunkel möglichst genau abzubilden, so dass im Idealfall nicht nur das Motiv und die Komposition, sondern auch die unterschiedlichen Oberflächen und „Farben“ deutlich werden. Für uns heute schwer vorstellbar, die wir in der allgegenwärtigen Bilderflut schier untergehen: Damals war ein Reproduktionsstich oft die einzige Möglichkeit der Vergegenwärtigung eines Werkes, es sei denn, man beauftragte einen Maler, eine Kopie eines Gemäldes zu fertigen, was jedoch ungleich teurer war.

Als Kirchenmann interessierte sich Wessenberg primär für religiöse Themen. Als gebildeter Mensch sammelte er aber auch Graphiken mit Motiven aus der antiken Mythologie, sowie Darstellungen historischer Ereignisse. Niederländische, deutsche und italienische Genre- und Landschaftsdarstellungen, Architekturen und Portraitstiche mit Wessenberg bekannter und befreundeter Männer und Frauen ergänzen die Kollektion.

Wessenbergs druckgraphische Sammlung besticht aber nicht nur durch die Fülle der Themen und Motive, sondern belegt auch die ungeheure Kunstfertigkeit der Stecher, die im wahrsten Sinne des Wortes „gestochen scharf“ arbeiteten und oftmals Jahre für die Herstellung einer Druckplatte aufwendeten. Zudem sind einige Druckgraphiken selbst kostbare, heute hoch gehandelte Kunstwerke, und mancher Stich kommentiert und interpretiert das reproduzierte Werk auf eigene Weise.
Wessenbergs sogenannte Kupferstichsammlung ist nahezu vollständig erhalten. Sie stellt in dieser Ganzheit ein bedeutendes zeitgeschichtliches Dokument dar, das Einblick gewährt in die Sammlungsstrategien und die Kunstrezeption des frühen 19. Jahrhunderts.

In den vergangenen Jahren wurde Wessenbergs Kupferstichsammlung erfasst und wissenschaftlich bearbeitet. Die Ausstellung versammelt rund 80 der schönsten und interessantesten Blätter. Es erscheint ein von der Ernst-von-Siemens-Stiftung geförderter Bestandskatalog.

Öffnungszeiten

Di - Fr 10–18 Uhr
Sa/So/Feiertag 10–17 Uhr
Geschlossen: 24.12., 25.12., 31.12., 01.01., Karfreitag, Ostermontag, Pfingstmontag, sowie an allen Feiertagen, die auf einen Montag fallen und montags

Eintrittspreise

Eintritt: EUR 3
Gruppen ab 10 Personen: jeweils EUR 2
Schulklassen freier Eintritt
Jeden 1. Sonntag im Monat freier Eintritt
Bei Sonderausstellungen kann ein erhöhter Eintritt erhoben werden

Städtische Wessenberg-Galerie
Wessenbergstraße 43
78462 Konstanz